1876 bis 1877: Telefon, Ottomotor, Milchschleuder, Phonograph und Dampf-Hubschrauber

frühere Erfindungen

Verbessertes Telefon
Ottomotor
Milchschleuder
Phonograph
Hubschrauber mit Dampfantrieb

Verbessertes Telefon – Erfinder: 1876 Elisha Gray

Wie die Erfindung des Telefons zeigt, zählen bei der wirtschaftlichen Verwertung einer Idee nicht nur Kreativität und Wissen, sondern auch Durchsetzungsvermögen und Glück. Im Jahr 1876 konkurrierten vor allem zwei Männer um das Patent für das Telefon: die US-Amerikaner Elisha Gray und Alexander Graham Bell. Offenbar hatte Bell detaillierte Konstruktionspläne entwickelt, während Bell wesentlich gröbere Vorstellungen von einem Telefon hatte und vor einigen technischen Problemen stand. Nur leider reichte Gray seinen Patentantrag ganze zwei Stunden nach seinem Konkurrenten Bell ein. Die Folge: Bell erntete (zu unrecht) den Großteil des Ruhmes und des wirtschaftlichen Erfolgs.

Ottomotor – Erfinder: 1876 Nicolaus Otto

Der sogenannte Ottomotor war weder der erste Verbrennungs- noch der erste Viertaktmotor. Dennoch war die Erfindung des deutschen Ingenieurs Nicolaus Otto ein wichtiger Schritt in der Entwicklung moderner Automobilantriebe. Otto konstruierte bis zum Jahr 1876 einen mit Gas betriebenen Viertaktmotor. Die wichtigste Neuerung war, dass das Gasgemisch während einer der vier „Takte“ verdichtet wurde, bevor die Zündung erfolgte und das Gas explodierte. Die explizite Bezeichnung „Ottomotor“ ist übrigens erst seit dem Jahr 1946 gebräuchlich.

Milchschleuder – Erfinder: 1876 Wilhelm Lefeldt

Während der Herstellungsprozess von der Milch zur Butter früher rund zehn Tage brauchte, machte die Milchschleuder des deutschen Ingenieurs Wilhelm Lefeldt endlich kurzen Prozess: Diese Zentrifuge schleuderte die Milch, sodass sich Rahm und Magermilch voneinander trennten. Der Rahm konnte dann zu Butter weiterverarbeitet werden. Möglicherweise war die Milchschleuder sogar die erste praxistaugliche Zentrifuge, die jemals gebaut wurde.

Phonograph – Erfinder: 1877 Thomas Alva Edison

Der Phonograph war so etwas wie der Vorläufer eines Grammophons, das nicht nur Töne wiedergeben, sondern auch aufnehmen konnte. Die ersten, von dem berühmten Thomas Alva Edison konstruierten Geräte, verwendeten eine Stanniolfolie. Bei der Aufnahme verwandelte der Phonograph die Schallwellen in Schwingungen, die mittels einer Nadel in die Metallfolie geritzt wurden. Beim Abspielen fuhr die Nadel (ähnlich wie bei einem Schallplattenspieler) über diese Tonspur und übersetzte die Höhenunterschiede wieder in Schallwellen. Die Stanniolfolie war auf eine Walze gespannt, die sich mit einer Handkurbel drehen ließ. Später verwendete Edison Wachs statt Stanniol und fand zudem eine Möglichkeit die Walzen mit den Tonaufnahmen zu vervielfältigen.

Hubschrauber mit Dampfantrieb – Erfinder: 1877 Enrico Forlani

Schon das Universalgenie Leonardo da Vinci skizzierte im 15. Jahrhundert einen Hubschrauber. Bis allerdings die technische Entwicklung so weit fortgeschritten war, dass sich erste funktionsfähige Hubschrauber-Modelle in die Luft heben konnten, sollten rund vierhundert Jahre vergehen. Der Italiener Enrico Forlani (also ein Landsmann Leonardo da Vincis) schuf 1877 einen kleinen, unbemannten Hubschrauber mit Dampfantrieb. Das Fluggerät besaß zwei Rotorblätter, wurde von einer Miniatur-Dampfmaschine angetrieben und hielt sich beim Jungfernflug 20 Sekunden in der Luft.

spätere Erfindungen