Ganz schön cool: von der Eismaschine zum Kühlschrank

Eiswürfel mit Erdbeere – Lupo / pixelio.de

Historisch betrachtet, haben Eis und Salz erstaunlich viele Gemeinsamkeiten: einst ein wertvolles Wirtschaftsgut, nützlich zur Konservierung von Lebensmitteln, begehrtes Genussmittel der Reichen und Mächtigen, ist ihre Präsenz heute alltäglich. Bedurfte es früher großer Anstrengungen, schwere Eisblöcke in warme Klimazonen zu transportieren, surrt heute in praktisch jedem Haushalt ein moderner Kühlschrank.

Die Erfindung der Eismaschinen (oder mit einem zeitgemäßen Fachbegriff: der Kältemaschinen) führt uns fast 200 Jahre zurück. Der US-Amerikaner Jacob Perkins patentierte 1834 eine „Kaltdampfmaschine“, die auf Wirkungsweisen der damals neuartigen Dampfmaschinen beruhte. Als Kältemittel verwendete er die feuergefährliche Flüssigkeit Äthyläther. Der Schotte James Harrison entwickelte Mitte des 19. Jahrhunderts dieses Prinzip bis zur Praxistauglichkeit weiter. Als Harrison versuchte, mit Hilfe seiner Kältemaschine eine Ladung Gefrierfleisch von Australien nach England zu transportieren, versagte aber seine Maschine – und der Erfinder ging pleite.

Genuss mit Eis

Eine wichtige Antriebskraft für die Eisproduktion war der zutiefst menschliche Wunsch, den Genuss zur vervollkommnen. So baute der US-Amerikaner Frederic Tudor noch Anfang des 19. Jahrhunderts ein Handelsimperium mit Blockeis auf, das er rund um die Welt verschiffte. Auf diesem sündhaft teuren Weg gelangte Eis von zugefrorenen nordamerikanischen Seen bis in die Drinks der britischen Oberschichte in den tropischen Ländern des Kolonialimperiums. Die technische Weiterentwicklung von Kältemaschinen war also zunächst der Kampf um diese kaufkräftige Kundschaft.

Die Kaltdampfmaschine macht das Rennen

Eine Kältemaschine mit humanistischem Hintergrund stammte auf dem Jahr 1844 von dem Arzt John Gorrie. Gorrie wollte mit seiner Erfindung Krankenhauspatienten im warmen Florida Linderung verschaffen, kam aber nicht über die Anfertigung eines Prototypen hinaus. Ein anderer wichtiger Entwicklungsstrang waren die sogenannten „Absorptions-Kältemaschinen“, bei denen die Kühlfunktion durch die thermischen Eigenschaften verschiedener Flüssigkeiten erzielt wird. Ein Meilenstein war die 1859 patentierte Ammoniak-Absorptionsmaschine des Franzosen Ferdinand Carré (die manchmal auch als erster Kühlschrank der Welt gewürdigt wird). Die erste Anwendung von Kältemaschinen im industriellen Maßstab – allerdings auf technologischer Basis der Kaltdampfmaschinen – gelang dem Deutschen Carl von der Linde.

Die Eismaschine für zu Hause

Längst vorüber sich also die Zeiten, als aufwändig isolierte Eisblöcke tausende von Seemeilen verschifft wurden, um sich in den Whiskeygläsern reicher Briten im indischen Kalkutta auflösen zu dürfen. Und doch kann man sich auch heute den Luxus eines ganz privaten Eisgenusses gönnen – zum Beispiel mit Eismaschinen für den Hausgebrauch. Die handlichen Geräte funktionieren wie eine Art Miniaturkühlschrank, nach dem Grundprinzip von Perkins‘ erster Kaltdampfmaschine, und produzieren in einem Durchgang rund zwei Liter feinstes Speiseeis. Einen Vergleich leistungsstarker Geräte gibt es hier. Guten Appetit!