1834 bis 1837: Drahtseil, Revolver, Glühlampe, Morseapparat, Galvanotechnik und Daguerrotypie

frühere Erfindungen

Drahtseil
Revolver mit Perkussionszündung
Glühlampe
Schreibtelegraf (Morseapparat)
Galvanotechnik
Fotografie / Daguerrotypie

Drahtseil – Erfinder: 1834 Julius Albert

Das Drahtseil, in der heute bekannten Form, verdankt seine Erfindung den Erfordernissen des Bergbaus. Die Förderanlagen waren zu dieser Zeit vor allem mit Ketten ausgestattet, die aber höheren Belastungen manchmal nicht Stand hielten. Schwere Grubenunglücke waren oft die Folge. Julius Albert arbeitete als Bergrat im Oberharzer Bergbau, erkannte die Schwachstelle und entwickelte die Lösung: zu einem Seil geflochtene („geschlagene“) Eisendrähte. Alberts Drahtseil bestand aus insgesamt zwölf schmiedeeisernen Drähten, die wesentlich höhere Belastungen vertrugen als die bisherigen Ketten.

Revolver mit Perkussionszündung – Erfinder: 1835 Samuel Colt

Der Name „Colt“ ist beinahe so etwas wie ein Markenbegriff für einen Revolver. Dabei hat der US-Amerikaner nicht den Revolver an sich (die Feuerwaffe mit drehbarer Munitionstrommel) erfunden, sondern lediglich eine besondere Variante der Waffe mit so genannter Perkussionszündung. Wie eine solche Zündung prinzipiell aussieht, lässt sich sogar an einem Revolver vom Kinderkarneval studieren: ein besonderer Hahn senkt sich auf eine Zündladung herab, die ihrerseits den Schuss auslöst. Der erste Colt hatte eine Trommel mit fünf Schüssen. Nach einigen Verbesserungen wurde die Waffe beim US-Militär sehr erfolgreich, worauf sich ihre außerordentliche Bekanntheit gründet.

Glühlampe – Erfinder: 1835 James Bowman Lindsay

Trotz (oder gerade wegen) mehrerer heller Köpfe liegt die Entstehungsgeschichte der Glühlampe teilweise im Dunkeln… Als gesichert darf gelten, dass der US-Amerikaner Thomas Alva Edison NICHT ihr Erfinder war. Auch der von den Deutschen ins Feld geführte Heinrich Göbel kam um 1850 eindeutig zu spät. Vermutlich stammt der erste Prototyp einer Glühlampe von dem Schotten James Bowman Lindsay. Als er 1835 seine Glühlampe vorführte, hatte sie wahrscheinlich kaum Ähnlichkeit mit heutigen Leuchtkörpern, spendete aber ein konstantes Licht. Im 19. Jahrhundert wurden zunächst Platinfäden und später Kohlefäden in luftleeren Glaskörpern zum Glühen gebracht.

Schreibtelegraf (Morseapparat) – Erfinder: 1837 Samuel Morse

Genau genommen war die Erfindung von Samuel Morse aus dem Jahr 1837 nicht die allererste Maschine zur Zeichen-Fernübertragung. Allerdings war Morses Schreibtelegraf ein solcher Meilenstein, dass das Gerät bis zum heutigen Tag umgangssprachlich „Morseapparat“ heißt. Die Idee bestand von Anfang an darin, Zeichen in elektrischen Impulsen zu codieren. Am Empfänger befand sich ein Stift, der an einen Elektromagneten gekoppelt war und die Impulse in lesbare Zeichen übertrug. Am Anfang der Entwicklung verwendete Morse einen Zahlencode, der aber bald durch die heute üblichen Buchstaben ersetzt wurde.

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Galvanotechnik – Erfinder: 1837 Moritz Hermann von Jacobi

Unter Galvanotechnik versteht man ein auf „Galvanisierung“ beruhendes Verfahren, nicht leitende Materialien metallisch zu beschichten. Der deutsche Ingenieur Moritz Hermann von Jacobi tauchte im Jahr 1837 Holz oder Gips in ein elektrolytisches Bad, legte einen Strom an und beschichtete die Materialien mit Kupfer. Auf dieses Weise lassen sich unter anderem Galvanoplastiken (zum Beispiel künstlerische Plastiken mit dünner Kupferhülle) herstellen. Aber auch in der industriellen Produktion besitzt die Galvanotechnik vielfältige Anwendungen, beispielsweise die Verchromung.

Fotografie/Daguerrotypie – Erfinder: 1837 Louis Jacques Mandé Daguerre

Schon im Jahr 1826 hatte der Franzose Joseph Nicéphore Niépce die erste dauerhafte Fotografie zustande gebracht. Elf Jahre später entwickelte Louis Daguerre – der Geschäftspartner und Erfinderkollege des verstorbenen Niépce – diese Erfindung einen entscheidenden Schritt weiter. Daguerre belichtete versilberte Kupferplatten und taufte dieses Verfahren Daguerrotypie. Erstmals war es nun mit recht einfachen Mitteln möglich, fotografische Abbilder herzustellen. Die optische Qualität der Daguerrotypie war bereits überzeugend und stellte einen Qualitätssprung zu den experimentellen und verwaschenen Fotografien Niépces dar.

spätere Erfindungen